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Perfekte Gastgeber: Ferdinand Graf von Merveldt und Ehefrau
Catharine (hinten) tischten (v.l.) Jürgen Fehser, Anne
Fehser, Adrian Werner und Pater Pauly neben einem köstlichen
Frühstick auch amüsante Schlossgeschichten auf.
Foto: Steffe |
Neugierig betraten Adrian Werner und Jürgen Fehser in Begleitung
seiner Ehefrau Anne das Holzparkett im Merveldtschen
Speisezimmer. Die Glückspilze hatten bei unserer Adventsauktion
2008 das gräfliche Frühstück auf Schloss Lembeck ersteigert. Am
Mittwoch morgen öffneten sich für das Trio die Privatgemächer
des Schlossherren, der in den Gebäuden des ehemaligen,
umgebauten Marstalles zu Hause ist.
Vierter im Bunde war Pater Winfried Pauly, der in dieser Runde
dankbar und glücklich den Scheck mit unserem Auktionserlös von
2124,50 Euro für sein Hüttenprojekt in Barkenberg entgegennahm:
"Das Geld kann ich prima für die Finanzierung einer weiteren
Kraft im Anerkennungsjahr gebrauchen", freut sich der engagierte
Streetworker über die Spende, die benachteiligten Jugendlichen
in Barkenberg zugute kommt.
Muntere Tischgespräche
"Eigentlich frühstücken wir immer gegen sieben Uhr", lächeln die
perfekten Gastgeber, die aus Rücksicht auf ihre Gäste
ausnahmsweise die gewohnte Tischzeit um zwei Stunden nach hinten
verschoben. Die Brombeer-Marmelade, von einer Tante der
Merveldtschen-Familie selbst eingekocht, auf das gebutterte
Brötchen gekleckst - und schon entspann sich ein munteres
Tischgespräch, in dem auch manche amüsante Schlossgeschichte
serviert wurde.
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2124,50 Euro fürs Barkenberger Hüttenprojekt: Pater Pauly
freut sich über die Spende des Auktionserlöses, die ihm
Redakteurin Anke Klapsing-Reich im Namen der Dorstener
Zeitung überreicht.
Foto: Steffe |
"Ich habe damals zwei Jahre lang in der Schloss-Diskothek
gekellnert", offenbart Adrian Werner, warum er beim Steigern so
hartnäckig alle Mitbewerber aus dem Feld geschlagen hatte. Eine
persönliche Beziehung verbindet auch Jürgen Fehser mit dem
Lembecker Wasserschloss: "Hinter dem rechten Fenster über dem
ersten Torbogen bin ich geboren worden", erstaunt er selbst den
Grafen mit seiner Geschichte: Seine Eltern, Flüchtlinge aus
Posen, hatten nach dem Krieg Unterschlupf im Schloss gefunden.
Vater war Gärtner
"Mein Vater hat beim Grafen als Gärtner gearbeitet." Als sich
die Ankunft des Sohnes ankündigte, sei der Vater zwar noch zu
Fuß nach Lembeck gelaufen, um eine Hebamme herbeizuholen - zu
spät: "Ich war schon da", kann er sich rühmen, in einem Schloss
geboren zu sein. "Manchmal sind seine Manieren immer noch so",
scherzt Ehefrau Anne, während sie vom selbstgemachten
Marmorkuchen nascht.
Die Story von der Kriegsgranate, die Jürgen Fehser als
ahnungsloser Bube aus dem Schlossteich hievte, um sie dann am
Strick über den Hof zu zerren, überraschte Ferdinand Graf
Merveldt, der sich seinerseits mit geplauderten Erinnerungen
trefflich revanchierte: an großartige Reitturniere und
vergangene Schloss-Disco-Zeiten, die abrupt endeten -mit einer
derben Schlägerei zwischen britischen Soldaten und der Dorstener
Polizei . . .
Allen, die für unsere Adventsauktion Angebote gespendet oder auf
Honorar verzichtet haben, danken wir herzlich. Ebenso allen
Leserinnen und Lesern, die für den guten Zweck mitgesteigert
haben. |