"Wie kann Schule reagieren, wenn der Notfall eintritt?"

 

Der Fortbildungstag für Lehrerinnen und Lehrer am Mittwoch, 11. März 2009, war lange vorbereitet worden. Jedoch konnte niemand ahnen, dass die Veranstaltung an diesem Tag erschreckende Aktualität bekommen sollte. Der Referent, Pater Dr. Jürgen Langer, Redemptorist und Schulseelsorger unserer Schule in Bonn, ging dann auch zu Beginn seines Vortrages auf den Amoklauf in Winnenden ein. Dabei bezog er u.a. seine Erfahrungen von praktischen Einsätzen bei vorhergegangenen Amokläufen vergangener Jahre mit ein. Der Pastoralpsychologe ist u.a. Mitgründer des Netzwerkes „sinus“ (www.schulische-krisenintervention.de).

Jedoch verdeutlichte Pater Langer, dass auch weniger spektakuläre Ereignisse echtes Krisenpotential für Schule in sich bergen: seien es plötzliche Todesfälle von Schülern oder Eltern, plötzlich freiwerdende massive Gewalt, Bedrohungssituationen oder auch Todesfälle von aktiven Lehrern. Im Folgenden machte er anhand eines Fallbeispieles (Krebserkrankung eines Schülers u.a.) deutlich, was „schulische Krisenintervention“ bedeuten kann. Im zweiten Teil der Vorstellung des Konzeptes der schulischen Krisenintervention ging es ihm vor allem um vorbereitende Maßnahmen, damit Schule in der Krise handlungsfähig bleibe und es schaffe, angemessen zu reagieren.

Dabei differenzierte er zwischen „kleinen Krisen“, die innerhalb der Schule zu bewältigen seien, sowie „großen Krisen“ wie dem Fall eines Amoklaufes, die das funktionierende System Schule aus dem Gleichgewicht bringen und Hilfe von außen notwendig machen.

Die Teilnehmer des Tages, die an unterschiedlichen Schulformen tätig sind, verließen die Fortbildung mit sehr konkreten Anregungen zur Vorbereitung auf den Ernstfall. Neben den bereits vorhandenen Hilfen an den Schulen wurde jedoch auch erheblicher Handlungsbedarf entdeckt, damit Schulen den unterschiedlichen Krisen in Zukunft nicht unvorbereitet gegenüberstehen.

 
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