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Stele
der Erinnerung
Dorsten,
30.01.2009, Von Ralph Wilms
. . . an den Stadtumbau Barkenberg. An den Abriss der Häuser
Dimker Allee 35 bis 79 erinnert jetzt ein vier Meter hohes
Monument, geschaffen von elf Jugendlichen und Metallbildhauer
Norbert Then
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Wulfen. Durch beleuchtete Bullaugen in kindgerechter
Augenhöhe blicken Neugierige auf zwei Plastikratten, grau
und ziemlich lebensecht. An einer Ecke ganz oben knickt der
im Fenster-Raster gelochte Cortenstahl weg wie ein gerade
gesprengtes Hochhaus. Aber dort, in vier Meter Höhe, finden
sich hinter Glas auch die Symbole der Weltreligionen: Kreuz,
Halbmond, Stern, das buddhistische Weltenrad.
Foto: WAZ, Lutz von Staegmann |
Pater Winfried Pauly von den Redemptoristen aus Kirchhellen
behielt den Überblick im fröhlichen Einweihungstrubel - und das
Mikro in der Hand, um es an die Jugendlichen oder den
Bürgermeister weiter zu reichen. "Abgeschoben" steht auf einem
Schild des Klingeltableaus.
Pater Pauly holt sich immer wieder einen Jugendlichen ans
Mikrofon, während er - umstellt von vielen Barkenbergern - die
vielen Details des Stadtumbau-Monuments vorstellt. Betreut vom
Streetworker aus dem Jugendkloster Kirchhellen entstand das
außergewöhnliche Denkmal nahe der Ladenzeile am Himmelsberg in
vielfacher Gemeinschaftsarbeit: mit elf Jugendlichen aus dem
Stadtteil (und aus nicht ganz elf Nationen) und mit dem
Metallbildhauer Norbert Then.
"Feuer zieht an", sagt der Franke mit Atelier im "Kunstklärwerk"
von Stadtlohn. "Das ist spektakulär und abenteuerlich." Die
Jugendlichen haben ihre Ideen mitgebracht, vielsprachig
aufgeschrieben - und etliche Fundsachen vom Abriss der Häuser
Dimker Allee 35 bis 79. Von insgesamt 243 Wohnungen bewahrt das
Cortenstahl-Monument nun Mauerbrocken, Türklinken und die Namen
auf einem Klingeltableau. "Ein Schild hat die Aufschrift:
abgeschoben", erklärt Pater Pauly. Für die Barkenberger, die
nicht bleiben durften.
Die Jugendlichen setzten dagegen viele hoffnungsvolle Schrift-
und Bildzeichen: Hassan schrieb auf Arabisch "Heimat"; Yavus
wünscht auf Kurdisch einen "guten Tag". Exotische Fische, Vögel
und ein Baum mit filigraner Metallkrone sind die positiven
Bilder. Auch der schöne Satz "Wir suchen mehr als Macht und
Geld" ist auf die Cortenstahl-Platten gebrannt. Wer alles lesen
will, muss sich ein paar jugendliche Übersetzer zusammen suchen.

Von ihnen hatten sich viele auf dem Platz um die Stele
getroffen, als auch viele Erwachsene kamen, um zuzusehen, wie
der Bürgermeister das Monument aus circa 20 Quadratmetern roten
Tuchs auspackte. "Menschen brauchen einen Ort der Erinnerung",
sagt Lambert Lütkenhorst. Christoph Kott alias Skotty, der auch
in Barkenberg bekannte "Eismann" und Kabarettist aus
Kirchhellen, spielte dazu Trompete: elegant und funky.
Es war eine Überleitung zu Igors Breakdance-Auftritt, der schon
coolen Vorab-Jubel kassierte: "Yo, Igor!" Gleichzeitig zeigte
Norbert Then dem Stadtoberhaupt, wie die Gasflamme an die
Metallplatte zu halten ist, um ein Herz auszubrennen.
Die versammelten Barkenberger spendeten ihre Komplimente in
Worten und der sichtlichen Neugier, die sie bei der einsetzenden
Dämmerung zur aus dem Boden von außen und innen beleuchteten
Stele zog. Pater Pauly und die LEG sind so stolz auf das
Monument des Stadtumbaus, dass sie ihr Projekt beim Wettbewerb
"Wir in unserem Quartier" der Architektenkammer NRW eingereicht
haben. Eine Ausstellung aller Arbeiten folgt im April.
Und für den 5. Mai hat der Streetworker von den Redemptoristen
alle jugendlichen Künstler zum "Kletterabend" eingeladen: Im
Kirchhellener Jugendkloster gibt´s eine sichere Kletterwand -
und die ist fast dreimal so hoch wie Barkenbergs rostrote
Stele
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