Über Pfingsten ins Kloster
Redemptoristen-Patres sprechen Jugendliche
auf eine ganz besondere Weise an
„In die normale Kirche gehe ich
nicht, aber hier habe ich schon mehrere Kurse mitgemacht.“ So äußerten
sich übereinstimmend mehrere Jugendliche auf die Frage nach ihrer
Verbindung zum Jugend-Kloster Kirchhellen. In diesem Jahr fand zum
zweiten Mal ein Pfingstzeltlager statt, nachdem diese Tradition zuvor
acht Jahre lang wegen zu geringen Zuspruchs eingeschlafen war.
Angemeldet hatten sich über 70 Teilnehmer zwischen 14 und 25 Jahren.
Auf der Suche nach Orientierung
Das Zeltlager nahm als Motto die Geschichte von
den Jüngern Jesu auf, die sich nach dessen Tod und Auferstehung
endlich wieder vor die Tür wagen und plötzlich in ganz vielen Sprachen
darüber berichten können. Deshalb hält die Menschenmenge sie für
„verrückt“. Lasse ich zu, dass Gott „etwas in mir verrückt“ oder „ist
Gott verrückt“, weil er so jemand wie mich liebt? Oder bin ich
„verrückt nach etwas“? Über solche Fragen wurde im Pfingstlager unter
der Überschrift „gott-ver-rückt“ ganz offen und ganz undogmatisch
gesprochen. Alle
Konfessionen waren vertreten und auch Leute, die bisher mit Kirche gar
nichts zu tun hatten. Die Schüler waren auf der Suche nach
Orientierung in ihrem Leben. Sie diskutierten Sinnfragen und wollten
auch über religiöse Fragen reden, für die ihre Klassenkameraden
vielleicht wenig Verständnis hätten. Jemand, der über Pfingsten „ins
Kloster geht“, wird da schon mal belächelt. Dabei ist es eigentlich
ein ganz normales Zeltlager auf der Wiese mit jeder Menge Workshops
und Freizeitangeboten. Auch die sechs ansässigen Patres laufen hier
nicht in Kutte herum.
Vernetzt über Internetportale
Pater Benedikt Kisters erklärt: Das lange
schwarze Ordensgewand der Redemptoristen (übersetzt:
„Erlösermissionare“) würde Kinder eher verunsichern und Distanz
schaffen. Warum nun kommen die jungen Leute ins Pfingstzeltlager?
Welches Angebot ist so reizvoll?
Pater Benedikt hat beobachtet, dass die
Stundenpläne von Jugendlichen oft so voll gestopft sind, dass sie
einfach „keine Luft“ mehr haben, um regelmäßige Angebote wahrzunehmen.
Solche eventartigen Blockveran-staltungen wie z.B. der Weltjugendtag
oder eben so ein Pfingstwochenende lassen sich besser organisieren und
werden dann auch intensiver wahrgenommen. Die Jugend hat auch eine
eigene Form der Verbundenheit entwickelt – über virtuelle Netzwerke
wie Facebook und studiVZ oder per ICQ. So ist es nur konsequent, dass
im Zeltlager am Abend in die „Praystation“ eingeladen wird.
DZ vom 25.05.10
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