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Marienschule 23. – 25. Jan. 2007
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Tage religiöser Orientierung
gleichen einem Rastplatz auf dem Weg ins Morgen, einer Auszeit, in der
man sich ausruht, entspannt und zu neuen Kräften kommt, - aber auch
einen Blick auf den weiteren Weg wagt.
Die Auszeit, die sich beide Gruppen in
unterschiedlicher Weise genommen haben, beginnt zunächst als Frage:
Woher kommen wir? Ein Blick auf unser Zuhause und was Zuhause
ausmacht, lässt schon erahnen, welche Werte, aber auch welche Ängste
und Zweifel im Leben der Einzelnen eine Rolle spielen. Sich bewusst zu
werden, wie Vergangenheit auch Einfluss auf unsere Zukunft hat, ist
eine wichtige Aufgabe bei TrO.
Welche Werte welches Lebensgefühl
spielen für Jugendliche eine Rolle? Einer Antwort nahe kamen wir, als
wir Zugänge zum Glauben durch die Musik suchten. Dazu sollten die
Schüler und Schülerinnen ihre Lieblingssongs mitbringen.
Eine Gruppe brachte zu meiner
Verblüffung das Lied „San Francisco“ von Scott McKenzie mit. „Zu
meiner Verblüffung“ deshalb, weil es eigentlich die Hymne der
Hippiebewegung der 1960ger Jahre ist. Ich selbst bin jetzt 47 Jahre
alt und habe mit diesen Lieder Gitarre spielen gelernt. Hier eine
Übersetzung aus diesem Lied:
Wenn du nach San Francisco gehst,
achte darauf Blumen in deinem Haar zu tragen.
Wenn du nach San Francisco gehst,
wirst du einige sanfte Leute finden.
Über die ganze Nation verteilt, gibt
es eine starke Bewegung. Menschen sind in Bewegung. Es ist eine ganze
Generation mit einer neuen Lebensauffassung.
Im
Gespräch zeigte sich dann der entscheidende Punkt: In diesem Lied
steckt eine ungeheure Aufbruchsstimmung. Von neuen Bewegungen und
neuen Erklärungen ist dort die Rede. In einer Zeit, in der Jugendliche
angesichts eher vorsichtig und bisweilen gar resignativ in Richtung
Zukunft blicken, suchen sie Visionen und Ansätze, die ihnen einen Weg
in die Zukunft aufzeigen.
Welche Zukunft sich Jugendliche
vorstellen, konnte man schon an der gemalten Zukunftsvisionen der
Schüler und Schülerinnen sehen.
Wirtschaftlicher Erfolg, Erfolg in der
Beziehung, zu dem auch das Aufziehen eines eigenen Kindes gehört und
das Genießen dieses Erfolges, stehen im Mittelpunkt der Visionen. Dass
man dazu gesund bleiben muss, versteht sich von selbst. Diese
Zukunftsvisionen spiegeln sich auch in den pictogrammartig gemalten
Bild „Meine Zukunft“ wieder.

Im Gespräch über diese Visionen kamen
wir auch auf Jesus und seine Bedeutung zu sprechen. Er wird zu einer
Identifikationsfigur, der seine eigenen Ängste und Zweifel durch sein
Vertrauen, seinen Glauben an Gott, den Vater überwinden kann. Sehr
eindrücklich ist dies dargestellt in dem Lied „Gethamane“ aus dem
Musical Jesus Christ Superstar, was wir uns anschließend gemeinsam
anhörten.
Es war deshalb in beiden Kursen auch nur
konsequent, dass unser Nachdenken in der Feier einer heiligen Messe
endeten, die sehr kreativ und ausdrucksvoll waren. Gottesdienste, die
die Gedanken, Vorstellungen und Wünsche der SchülerInnen aufnahmen und
Gott zu Füßen legten.
Wir vom Jugend-Kloster sagen den
begleitenden Lehrern ein Dankeschön für ihr Engagement und den
Schülern Gottes Segen für den weiteren Lebensweg.
Zum Schluss ein Wort zu der Finanzierung
solcher TrO´s:
Das Bistum Münster bestätigt durch ein
ausgefeiltes System von Zuschüssen für beteiligte Häuser und für die
SchülerInnen die inhaltlichen Aussagen, dass die Schulpastoral ein
wesentliches pastorales Betätigungsfeld ist.(siehe:
www.netzwerk-tro.de ). Dem gegenüber, - bezuschusst das
Bistum Essen aus finanziellen Gründen nur TrO-Kurse im bistumseigenen
Haus St. Altfried in Essen. Wenn die Abschlussklassen des Jahrgangs
2008 im nächsten Jahr wieder zu uns kommen wollen, werden die Eltern
der Marienschule Dülmen sich auch im nächsten Jahr auf das Bistum
Münster verlassen können und einen für alle erträglichen
Teilnehmerbeitrag zahlen müssen. Die Abiturienten des Annette von
Droste Hülshoff Gymnasium in Gelsenkirchen Buer (Bistum Essen) werden
die Tage jedoch komplett aus eigener Tasche zahlen müssen. Ich hoffe,
dass die gelungenen Tage auch im nächsten Jahr nicht an der
Finanzierung scheitern. |