Gruppenleiterschulung der Pfarreiengemeinschaft Kirchhellen in
Kevelaer
28 Jugendliche aus der
Pfarreiengemeinschaft Kirchhellen fuhren vom 7. – 9. Mai zu einem
Gruppenleiterwochenende in die Jugendherberge Kevelaer. Die Jungen
und Mädchen aus den Pfarreien in Grafenwald, Feldhausen, Kirchhellen
und dem Jugend-Kloster hatten sich als Thema für dieses Wochenende
„Streitschlichtung“ gewählt. Pastoralreferent Thomas Jakob und Pater
Andreas Krahnen hatten dies Wochenende vorbereitet. Mehr dazu ein
Bericht von Pater Andreas...
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... Am vergangenen Wochenende sind
wir mit Gruppenleitern aus der Pfarreiengemeinschaft Kirchhellen
zu einer Gruppenleiterschulung in die Jugendherberge nach Kevelaer
gefahren. Die 28 Jugendlichen aus den drei Pfarreien und dem
Jugend-Kloster in Kirchhellen, Feldhausen und Grafenwald hatten
sich als Thema „Streitschlichtung“ gewählt. Pastoralreferent
Thomas Jakob und Ich hatten das Wochenende vorbereitet.
Als Referenten hatten wir 4 junge
Leute des St. Ursula Gymnasiums in Dorsten eingeladen, die
zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Kliem seit Jahren das
„Streitschlichtungsprojekt“ an ihrer Schule durchführen.
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Die 4 jungen Leute zwischen 16 und 19
Jahren haben uns sehr beeindruckt. Sie haben uns erzählt, wie sie
ausgebildet wurden, welche Mühen sie hatten, das Projekt an ihrer
Schule bekannt zu machen, was passiert, wenn sie von einem
Mitschüler angesprochen werden und wie so ein Vermittlungsversuch
abläuft.
Ein Kommentar eines Gruppenleiters in
der Reflexion des Wochenendes: „Ich hätte mich mit 19 Jahren nicht
vor einer Gruppe fremder Jugendlicher hingestellt und so einen Tag
gestaltet.“ |
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Ich selbst konnte mich in der positiven
Beurteilung des Wochenendes nur anschließen:
Bei all den negativen Pressemeldungen über Krieg, Folterungen und
Streit tut es gut, junge Menschen zu erleben, die Zeit, Engagement und
Sachkompetenz einsetzten, um ihre Umwelt friedfertiger zu machen.
Die entscheidende Frage
Die für mich entscheidende Frage des
Wochenendes stellte eine Jugendliche Leiterin in einer Kleingruppe.
Sie fragte die 19jährige Referentin: „Hat die Streitschlichtung auch
Auswirkungen auf dein persönliches Leben z.B. in der Beziehung zu
deinem Freund?“ Die Referentin bejahte und erzählte eindrucksvoll,
dass man so eine Arbeit nicht tun kann, ohne das das eigene Leben
betroffen wäre – das ist eben nicht nur ein Job, sondern der Umgang
mit den Menschen in der Streitschlichtung hat auch gravierende
Auswirkungen auf das eigene Leben.
Das kann man leicht an den einfachen Grundannahmen erahnen, auf denen
eine Streitschlichtung basiert:
- Es gibt Streit
unter den Menschen. Diesen gilt es möglichst genau und ohne eine
Bewertung von allen Seiten wahrzunehmen.
- Die Streitgegner
müssen freiwillig kommen und die Streitschlichter als
Vermittlungsinstanz akzeptieren.
- Die
Streitschlichter müssen neutral sein und dürfen nicht selber Teil
des Problems sein.
- Lösungen können
nur von den Betroffenen selber erarbeitet werden – nicht von außen
aufgezwungen.
- Nicht jede
Streitschlichtung endet mit einer Lösung des Problems. Aber manchmal
hilft eine Klarstellung der Positionen, dass die Streitenden
wenigstens nebeneinander Leben können ohne sich zu zerfleischen.
- Am Ende der
Schlichtung wird ein schriftlicher Vertrag ausgehandelt mit
möglichst klaren konkreten Aussagen und einer Vereinbarung, die von
allen Beteiligten unterschrieben wird.
Die Frage der jungen
Leiterin geht mir nicht aus dem Kopf: „Hat die Streitschlichtung auch
Auswirkungen auf ihr persönliches Leben?“ Für mich gewendet lautet die
Frage: „Ist Jugendarbeit nur ein Job für sie oder beeinflusst der
Umgang mit Jugendlichen auch ihr persönliches Leben?“ Im Fall dieses
Wochenendes kann ich nur sagen: „Nun ich werde es sehen, wenn der
nächste Streit ansteht!“ |
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