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Bericht einer Schülerin des Thomaeum in Kempen (Juni 2008)

Unsere Tage religiöser Orientierung im Jugendkloster in Bottrop-Kirchhellen
Mittwoch, der 11.06.2008, 8.00 Uhr in der Frühe. Sechzehn SchülerInnen der 10. Klassen und eine Lehrerin stehen vor dem Haupteingang des Thomaeums und warten- ja, worauf warten sie eigentlich? Die Frage erübrigt sich, als ein Bus um die Ecke biegt. Schnell sind die Taschen verstaut und alle sitzen auf ihren Plätzen. Die Fahrt kann losgehen- in drei Tage voller Spaß. Die Besinnungstage stehen wieder an!
Nach 45 Minuten Fahrt waren alle auf dem Klostergelände angekommen. (Wer jetzt denkt: Kloster, alte Gänge und Patres mit Kapuzenmänteln, uuh!- der täuscht! Das Klostergelände besteht aus der kleinen Kirche, einem hellen Wohnhaus für die Patres und dem großen Jugendhaus, in dem wir untergebracht waren; außerdem gibt es einen gigantischen Garten.) Wir bezogen die Zimmer (wahlweise Vierer- oder Sechserzimmer) und dann gab es erstmal Essen. Um das mussten wir uns selber kümmern- in Ermangelung von mehr Zeit gab es verschiedene Salate und Würstchen. Dann, nach einer Stunde Pause, in der alle die Gegend erkundeten oder Ball spielten, begann die erste "Einheit", in der sich alle erst einmal vorstellen sollten. Nach einigen Kennenlernspielen hatten die drei Leiter- Christina, 23, Theresia, 21, und Ralf, 27- eine besondere Überraschung parat: eine Traumreise zur Entspannung. Die trat auch voll ein, und hinterher waren alle so begeistert, dass sie sich nur noch Meditation wünschten! Stattdessen gab es aber eine neue Aufgabe für uns: die Themawahl. Wir mussten uns aussuchen, mit was wir uns die restliche Zeit beschäftigen wollten. Schließlich entschieden wir uns mit knapper Mehrheit für das Thema "Selbst- und Fremdwahrnehmung", in dem es darum ging, wie wir uns selbst sehen- und was im Gegenzug andere von einem denken...
Nach einem gemütlichen Abendessen und einer kurzen Abendeinheit, bei der wir mit einem "Bilderbuffet" eine Tagesreflexion gemacht haben, war dann Feierabend. Alle gingen entweder in ihre Zimmer oder nach draußen in den Garten, bis die nächste, heiß ersehnte Meditation anfing. Danach war es halb 12, spät genug, um schlafen zu gehen...

Am Donnerstag galt um 8 Uhr aufstehen, denn um 8.15 Uhr stand der Morgenimpuls an und danach das Frühstück. Danach kam die erste Einheit des Tages, diesmal ganz themaorientiert: alle wurden in 3 Gruppen eingeteilt, die dann nacheinander 3 verschiedene Workshops besuchten. Unsere Gruppe machte sich zuerst an die "Ich-Bücher". Dabei sollte dargestellt werden, wie wir uns nach außen zeigen und wie wir wohl auf andere wirken (der "Einband") und wie wir in Wirklichkeit sind (das Innere). Danach wurde das innerhalb der Gruppe vorgestellt. Weiter ging es nach einer Stunde zum Video machen. Hierbei hatte jeder nacheinander eine Minute vor der Kamera, die er dann mit einem bestimmten Thema füllen sollte- wie zum Beispiel "Kartoffelsalat" oder "Lanzelot". Dann wurde diese Minute abgespielt und Verbesserungsvorschläge zum Auftreten gemacht. Zuletzt- nach wieder einer Stunde- kam unsere Gruppe zum "Spinnennetz". Dabei handelte es sich um ein paar Schnüre, im Wald zwischen zwei Bäumen zu einem Netz gespannt, und man musste in Teamwork durch die verschiedenen Löcher kommen, ohne die Schnüre zu berühren. Schwierigkeit: Man durfte jedes Loch nur einmal benutzen! Danach wurde auch diese Übung besprochen.
Schließlich war es Zeit zum Essen- es gab Pizza zum Selbstbelegen. Auch dieses Essen machte in der Gemeinschaft viel Spaß. Nach dem Essen kam wieder eine Pause, in der wir durchs Kloster - also das Wohnhaus der Patres und die Kirche geführt wurden. Dann standen wieder ein paar Einheiten mit Kaffeepause an. Zu guter Letzt wurden ein Beamer und eine Leinwand aufgestellt und alle setzten sich auf die Sitzsäcke und Decken, als das Fußballspiel übertragen wurde! In der Halbzeitpause gab es Abendessen, dann ging es weiter. Nach einem leider mehr als enttäuschenden Spiel Deutschlands gegen Kroatien brauchten wir erst mal eine kleine Pause. Schließlich wurde im großen Meditationsraum eine Abschlussbesprechung mit kurzem Tagesrückblick gemacht: Was hat gut gefallen, was weniger gut? Was waren die Höhepunkte? Was nehmen wir aus diesen Tagen mit in unseren Alltag? Zum krönenden Abschluss gab es eine Tennisballmassage! Danach ging es dann in die Zimmer, wo noch bin spät in die Nacht geredet und gelacht wurde.
Am nächsten Morgen war das Frühstück und der Morgenimpuls etwa eine halbe Stunde früher, dann ging es ans putzen. Da alle fleißig mithalfen, war das schnell erledigt. Taschen waren schon am Abend vorher gepackt worden, und so waren alle schnell fertig. Alle verabschiedeten sich von den lieb gewonnenen Leitern, und dann ging es ab nach Hause. Um 12 Uhr waren alle zu Hause, und man dachte grinsend an die Freunde in der Schule, die einiges verpasst hatten!

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