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Balladen standen im Mittelpunkt des Kamin-Abends. |
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"Balladen-Abend am Kamin" lockte auch ohne
Feuer rund 90 Zuhörer ins Jugend-Kloster
Auch ohne Kaminfeuer - darauf hatte man am Sonntag aufgrund der
sommerlichen Außentemperaturen dann doch verzichten können - war der
Kaminabend im Jugend-Kloster ein voller Erfolg. Rund 90 Zuhörer
lauschten gebannt den sieben Rezitatoren um Märchenerzählerin Monika
Boguslawski. Die Gruppe hatte eingeladen zu einem "Balladen-Abend am
Kamin".
Einer Einladung, der viele Besucher mit Neugier aber auch mit
einer gewissen Skepsis gefolgt waren. So auch bei Lukas Wollny. Der
20-Jährige war einer der jüngsten Zuhörer: "Ich war neugierig, weil ich
einfach mal hören wollte, wie Balladen klingen, wenn sie mit der
richtigen Betonung und Melodie vorgetragen werden. Außerdem genieße ich
es, einfach nur zuzuhören und nicht wie in der Schule danach
interpretieren zu müssen."
Die Schule - für den
Großteil der Besucher ist sie untrennbar mit Balladen verbunden.
"Natürlich kenne ich Balladen noch aus meiner Schulzeit, aber es ist
etwas ganz anderes, ob ich sie selbst lese, oder ob sie professionell
vorgetragen werden", urteilte auch Marielies Schumacher. Gerade bei den
älteren Zuhörern lösten die ausgewählten Texte Erinnerungen aus. Für
Ulrich Xanten und Norbert Buttler, zwei der Rezitatoren, ein großer
Erfolg, hatten sie sich doch über ein Jahr auf diesen Abend vorbereitet.
"Es geht ja darum, die Balladen eben nicht einfach nur vorzulesen. Das
könnte wahrscheinlich jeder. Wir haben uns aber intensiv mit jeder
Ballade auseinandergesetzt, sind in die Geschichte eingetaucht", so
Xanten. Das Geheimnis des Balladenlesers? "Man muss im Moment des
Vortrags die Ballade leben." Dafür sei natürlich die Konzentration enorm
wichtig, ergänzte Buttler. "Nur wenn man seine eigene Spannung konstant
hochhält, gelingt es, auch die Zuhörer zu fesseln." Ein Vorhaben, das
der Gruppe augenscheinlich gut gelang, dabei waren die Vortragenden
allesamt Laien, wie Monika Boguslawski betonte: "Die Gruppe ist
hervorgegangen aus einer Lektorenschulung, die ich geleitet habe.
Niemand der Vorleser ist ein Profi." Trotzdem zog die Gruppe die Zuhörer
ganz in ihren Bann, was nicht zuletzt auch an der Auswahl der Balladen
lag. Vom eher heiteren Beginn mit einem Stück von Robert Gernhardt bis
zu Klassikern wie dem "Knaben im Moor" von Anette von Droste-Hülshoff
oder dem "Zauberlehrling" von Goethe, jeder der Zuhörer kam auf seinen
Geschmack.
Aber auch die
Rezitatoren profitierten von der ausgiebigen Beschäftigung mit dem Stoff
und der stetigen Übung im Vortrag. "Das hilft sogar bei Vorträgen oder
Präsentationen im Beruf", so Ulrich Xanten. "Und auch in der
Kindererziehung hilft das weiter", ergänzte Norbert Buttler schmunzelnd. |