Sonderkollekte für Haiti am Sonntag, 24.1.2010

Uns erreichten in den vergangenen Tagen zahlreiche Informationen über die Erdbebenkatastrophe in Haiti. Dabei sind wir Redemptoristen besonders mit unseren dort lebenden Mitbrüdern verbunden. Die Sonderkollekte in den Sonntagsmessen des Jugend-Klosters wird direkt an sie weitergeleitet.

Hilfe für Haiti

Liebe Mitbrüder, liebe Freunde,

nach ersten Informationen und der Bitte um mitbrüderliche Solidarität seitens der Provinz Ste. Anne de Beaupre hat auch P. General Michael Brehl am 15. Januar um Hilfe für Haiti gebeten:
Die Redemptoristen in Haiti sind auf unseren finanziellen Beistand angewiesen, damit sie überleben können. Das ist ein dringendes Gebot der Stunde. Später dann werden sie auch unsere Hilfe für den Wiederaufbau benötigen.


Der Generalrat bittet die Kongregation, alles zu tun, was sie kann, um diese Krise zu bewältigen. Wir haben heute im Provinzrat der Provinz St. Clemens nach Rücksprache mit dem Provinzökonom beschlossen, als erste Hilfe seitens unserer Provinz schon mal 40.000,-€ an unseren Generalökonomen in Rom zu senden, der die Hilfe für Haiti koordiniert.


Spendenkonto:

Wenn Ihr bitte alle Eure finanzielle Unterstützung auf das Konto der Provinz St. Clemens überweist:

Provinzialat der Redemptoristen e.V. Köln, Pax-Bank Köln 117 170 12, BLZ 370 601 93,

BIC: GENODETIPAX; IBAN: DE61 3706 0193 0011 7170 12 Stichwort: Haiti


Neben dieser Unterstützung wollen wir uns der weltweiten Gebetsgemeinschaft für alle Menschen auf Haiti anschließen.


Pater Hermann ten Winkel, Provinzial

 

 

Mitteilung über das Erdbeben in Haiti

P. Mario Boies ist Provinzial der kanadischen Provinz Sainte-Anne-de-Beaupré. Zu ihr gehören die Region Port-au-Prince und die dort wirkenden Mitbrüder.

Auswirkung dieser Katastrophe auf die Gemeinschaft der Redemptoristen

Liebe Mitbrüder, Mitschwestern, Laienmitarbeiter, Eltern und Freunde,

als Provinzial von Sainte-Anne-de-Beaupré und der Region Port-au-Prince lade ich euch brüderlich ein für die haitische Bevölkerung zu beten, die von einem Erdbeben von nie da gewesener Gewalt zerrissen wurde.

Nachdem wir heute mit P. Adonai Jean Juste, Regionaloberer, gesprochen haben, sind wir erfreut euch mitteilen zu können, dass –Gott sei Dank– alle 27 in Port-au-Prince lebenden Redemptoristen wohlauf sind. (Die Gesamtzahl der in Haiti lebenden Mitbrüder ist 48.)

Die Erdstöße waren von einer solch hohen Intensität, dass sie unseren Gebäuden einen katastrophalen materiellen Schaden zufügten:

  1. die Kirche, das Kloster und die Schule St-Gérard sind fast gänzlich zerstört. Am schrecklichsten ist, dass die Schule etwa 300 Schüler und Lehrer unter sich begrub.
  2. das Haus St-Clément, der Wohnort der Schüler der Redemptoristen ist beschädigt und in Teilen unbrauchbar. Die Schüler schlafen im Innenhof. Die Nachbeben in Port-au-Prince bringen das Risiko mit sich, dass die Schäden sich vergrößern und die Gebäude einzustürzen drohen.

Unglücklicherweise muss ich auch erwähnen, dass einige Mitbrüder auch Familienmitglieder verloren haben. Kurz gesagt, die Mitbrüder stehen immer noch unter Schock und leben in einem Zustand von Angst und totaler Hilflosigkeit.

In diesem Zusammenhang von großem Leiden, bitten wir euch die Bevölkerung Haitis, vor allem unsere Mitbrüder, in eure Gebete mit einzuschließen. Lasst uns beten, dass der Geist Gottes ihnen Kraft und Mut für die kommenden Aufgaben und die Trauer gibt, dass sie weiter ausharren in der Hoffnung auf Jesus den Erlöser. Dass unsere Mutter von der Immerwährenden Hilfe, die heilige Anne und der heilige Alfons ihnen zur Seite stehen.

Brüderlicher Aufruf zur Solidarität

In Anbetracht der momentanen Krise appellieren wir an Euer Mitgefühl, Eure Fürsorge und Euer Mitleid gegenüber unseren treuen Mitbrüdern. Außerdem möchten wir Euch, ebenso wie Eure Bekannten, um eine Geste der Solidarität gegenüber der Mission der Redemptoristen in Haiti bitten. Mittel werden dringend benötigt. Eure großzügige Spende zeugt von Eurer brüderlichen Unterstützung, die es erlaubt, mit dem Wiederaufbau zu beginnen, der nach dem Desaster vom 12. Januar im Vordergrund steht.

P. Mario Boies, C.Ss.R., Provinzial (Übersetzung aus dem Französischen)

Neuigkeiten aus Haiti für Interessierte:

- die Redemptoristen:

  • In Port-au-Prince haben wir zwei Kommunitäten: in St-Gérard, mit der Pfarrgemeinde/Pfarrstelle und in St-Clément (rue Bois-Patate, Turgeau) mit unseren Studenten und Seminaristen.

Alle Mitbrüder in unseren zwei Kommunitäten in Port-au-Prince sind gesund und wohlbehalten. Ein Mitbruder – P. Jean-Max Walter Souverain C.Ss.R., Superior in Guadeloupe, er war in Port-au-Prince für ein Treffen zwischen Redemptoristen – wurde verletzt und versorgt und ist auf der Rückreise in seine Kommunität. – Im Moment halten sich die Mitbrüder in ihren jeweiligen Klöstern auf.

Unsere Häuser und Institutionen: das Kloster St-Gérard ist stehen geblieben, hat aber Risse. Die Kirche St-Gérard ist komplett zerstört; nur einige Mauerstücke sind geblieben, sowie das Dach, welches eine Konstruktion aus Metallträgern und Wellblech ist. Unsere Schule St-Gérard (Grund- und Sekundarschule) ist über ungefähr 300 Schülern und Lehrern eingestürzt, fast alle sind tot.

Sr. Claudette Morin, Missionaire du Christ-Roi, war Zeuge wie die Carrefour-Feuille, das Viertel, in dem sich St-Gérard befindet, „wegrasiert“ wurde.

  • Außerhalb von Port-au-Prince haben wir drei Kommunitäten und einen einzelnen Mitbruder: die Kommunitäten von de Fonfrède und de Château – in der Diözese les Cayes, etwa 10 bis 15 km von der Stadt les Cayes entfernt – und die Kommunität in Jérémie – Maison St-Alphonse, Haus des Postulats und Noviziats.

Was die Kommunitäten in de Fonfrède und de Château betrifft, haben wir keinen Kontakt und keine direkten Neuigkeiten. Allerdings haben wir die Information erhalten, dass wenn das Beben in les Cayes zu spüren gewesen ist, nur wenig Schaden verursacht wurde und es keine Opfer gegeben hat. Wir können folglich mutmaßen, dass unsere Mitbrüder in der Region gesund und wohlbehalten sind.

Bezüglich der Lage in Jérémie, hat uns Gesternmorgen ein Freund angerufen, um uns zu informieren, dass dort alles noch steht und dass es keinen Schaden gegeben hat: er kam gerade von der heiligen Messe mit unseren Mitbrüdern. Der Großteil der Leute hat gar nicht mitbekommen, dass die Erde dort gebebt hat.

Wir haben einen Expositus, P. Jean Bélisson Jecrois, der P. Antonio Fèle in Belle-Fontaine in den Bergen oberhalb von Port-au-Prince ersetzte. Die Kommunikation mit ihm ist sehr schwierig. Wir haben keine Neuigkeiten von ihm. Wir hoffen, dass er gesund und wohlbehalten ist.

- andere Ordensgemeinschaften:

  • Die Montfortaner haben zwölf ihrer Seminaristen verloren, welche von den Trümmern des CIFOR – Institut für Theologie der Orden von Haiti – verschüttet wurden, als sie gerade dabei waren, ein Treffen mit anderen, davon auch unseren eigenen Seminaristen, zu beenden. Unsere Seminaristen waren unmittelbar nach Ende des Treffens zu Fuß aufgebrochen um zu ihrem Haus zurückzukehren; die anderen warteten auf das Auto, welches sie zu ihren Häusern bringen sollte.

Außerdem stürzte ihre Kirche St-Louis-Roi-de-France, welche in der Nähe unseres Hauses St-Clément à Bois-Patate liegt, über den Menschen zusammen, die sich dort zum Gebet versammelt hatten. Es gibt keine Informationen über die Zahl der Opfer; ebenso wenig gibt es Informationen über den Zustand ihres Hauses, welches an die Kirche angrenzt.

Ich habe keine weiteren Informationen über ihre anderen Kommunitäten und Institutionen.

  • Die Oblaten haben ebenfalls insgesamt fünf ihrer Seminaristen verloren, unter den gleichen Umständen wie die Montfortaner.
  • Die Brüder vom heiligen Kreuz scheinen von Bruder André geschützt worden zu sein, mit ihnen all ihre Seminaristen und auch die Schwestern vom heiligen Kreuz.
  • Die Schwestern der Missionaires du Christ-Roi scheinen gesund und wohlbehalten, bis auf ihre Mitschwestern und ihre Einrichtung – ein Leprosenheim – in Sigueneau (Léogâne), 15 km Luftlinie von Port-au-Prince entfernt, von denen es noch keine Neuigkeiten gibt.

- kirchliche Einrichtungen:

  • Das große Seminar von Port-au-Prince – welches alle Diözesen von Haiti bedient, besteht aus zwei Campen, der eine liegt im Viertel von Cazeau für die Seminaristen in Philosophie, und der andere in Turgeau für die Theologen – ist vollkommen zerstört. Die beiden Gebäude sind eingestürzt. In Cazeau beklagt man den Tod zweier Seminaristen während sieben noch unter den Trümmern liegen. Bezüglich Turgeau haben wir noch keine Informationen über die Zahl der Opfer, wenn es denn welche gegeben hat.
  • Zerstörte Schulen und Collèges: Collège Marie-Anne (Schwestern der hl. Anna), Collège Canado-Haïtien & École St-Jean-l`Évangéliste (Fréres du Sacré-Cœur), Collège der Schwestern der Charité de St-Louis in Bourbon, École St-Gérard (Redemptoristen), usw. …
  • Zerstörte Kirchen: die Kathedrale von Port-au-Prince, die Kirche St-Gérard in Carrefour-Feuilles (Redemptoristen), die Kirche St-Louis-Roi-de-France in Turgeau (Bois-Patate, Montfortaner), usw. …

Soweit die Gebäude, von denen ich weiß, dass sie zerstört wurden. Aber ich bin sicher, dass viele andere Kirchen im gleichen Zustand sind, wahrscheinlich auch St-Antoine, welche nah an der Kathedrale liegt …

- weitere Informationen:

  • Situation im Norden von Port-au-Prince: Obwohl das Erdbeben auch bis in den Norden Haitis zu spüren gewesen ist, scheint es keine Opfer zwischen Montrouis (in der Nähe von St-Marc) und Cap-Haïtien und der gesamten Nordküste Haitis zu geben. Folglich sind unsere Redemptoristinnen in Cap-Haïtien gesund und wohlbehalten.
  • Über den Süden von Port-au-Prince habe ich nur Informationen über die Städte entlang der Südküste Haitis, einschließlich Grand’Anse, wo unsere Kommunität Jérémie liegt. Jérémie im Südwesten hat so gut wie keinen Erdstoß gespürt; weiter östlich liegt les Cayes, die mehr abbekommen haben, aber nach meinen Informationen keine Opfer zu beklagen haben; in der noch weiter östlich liegenden Stadt Jacmel soll es große Schäden gegeben haben; noch weiter östlich fast an der Grenze zur Dominikanischen Republik kann ich keine Informationen zur dortigen Lage geben