Internationales Jugendtreffen in Lviv (Ukraine)lviv2010 rovinzsvorstellung kl

To be like you - Das Internationale Jugendtreffen 2010 in Lemberg war ein großer Erfolg.

Was treibt 60 junge Leute mitten in den Sommerferien um 5 Uhr morgens - für sie noch mitten in der Nacht - auf den Köln/Bonner Flughafen?

Es war nicht etwa der erste Flieger nach Mallorca, auf den die Jungen und Mädchen an jenem 06. August 2010 wie andere ihrer Altersgenossen warteten. Sie hatten sich vielmehr auf die Fahnen geschrieben am 9. Internationalen Jugendtreffen der Redemptoristen in Lemberg (Ukraine) teilzunehmen. Vielleicht sollte man besser sagen: auf die Polo-Hemden geschrieben, denn noch in der Warteschlange wurden jene dunkelblauen Kleidungsstücke verteilt, die uns die ganze Woche als Gemeinschaft gut sichtbar machen würden. Wir, das war übrigens eine bunt gemischte Truppe der Provinz St. Clemens mit Gruppen aus Bonn, Kirchhellen und zu unser großen Freude sogar kleinen Delegationen aus Flandern und den Niederlanden.

Unser erstes Ziel war Krakau (Polen). Hier legten wir einen zweitägigen Zwischenstopp ein, untergebracht in einem Internat, das die dortige Redemptoristenkommunität für uns organisiert hatte. Die Krakauer zeigten sich uns gegenüber sehr herzlich und gastfreundlich, sodass uns die Stadt selbst nie wirklich fremd vorkam. Neben einer Stadtführung und gemeinsamen Aktionen bestand viel Raum für Freizeit; eine gute Gelegenheit als Gruppe vor dem Jugendtreffen zusammenzuwachsen.

Mit zwei ukrainischen Reisebussen ging es dann über die europäische Außengrenze nach Lemberg – über 10 Stunden Fahrt für knapp 400 km! Als wir vollkommen verschlafen und verrenkt am nächsten Morgen in Lemberg ankamen, wurden wir vom Vorbereitungsteam und einem warmen Frühstück empfangen.
Wir bekamen unseren Pillowbag, ein Kissen mit eingebauter Umhängetasche, und unsere Zimmer. Die Zimmer hatten einen ganz besonderen Charme. Wir hatten Ukraine gebucht und so sahen die Zimmer auch aus. Sowjetischer Charme, der seine besten Tage schon lange hinter sich hatte.

Noch war den ganzen Tag Zeit, sich etwas auszuruhen und die Gegend zu erkunden. Immer wieder kamen Reisegruppen von den insgesamt 500 Teilnehmern an, darunter auch zahlreiche bekannte Gesichter. Hier ein Schwätzchen auf Deutsch, dort auf Englisch und hier und da mit Händen und Füßen – ein sehr kurzweiliger Nachmittag.

Am Abend stieg dann die große Eröffnungsfeier, unter Anderem mit Vorstellung der einzelnen Provinzen. Wir als Provinz St. Clements, die übrigens die größte Delegation stellte, präsentierten uns als Gruppe mit den bereits erwähnten Poloshirts und unserem Maskottchen. Die Feier nahm auch trotz einsetzenden starken Gewitters kein Ende. Als es dann jedoch irgendwann auf die Zimmer ging, gab es für einige ein übles Erwachen, weil selbst durch die geschlossenen Fenster Wasser von außen herein drang.

Der Dienstag stand unter dem Motto „To be like you“, was gleichzeitig auch das Motto des Jugendtreffens war. Wir Clementiner hatten heute die Aufgabe die internationale Messe zu feiern und auch die anschließende Katechese zu halten. In der Katechese vertieften wir das Thema mit einem Dialog zwischen einem Fußballtrainer und seinem Schüler. Der Trainer schärfte seinem Schützling ein so wie sein großes Vorbild zu werden (to be like you). Nach dem Dialog wurde Pater Langer zu unserem Fitnesscoach und stellte uns seinen Fitnessplan vor, den religiösen Fitnessplan.

Am Nachmittag gab es eine reichhaltige Auswahl zwischen zahlreichen Workshops, die mindestens so vielfältig war die das Essen.
Abends stellten wir uns als Provinz auf der Bühne vor. Hierfür hatten wir in Krakau einen Tanz einstudiert und das Lied Halleluja der Gruppe Brings umgedichtet auf unsere Provinz – gesanglich von denjenigen unterstützt, die nicht tanzten.

Der Mittwoch und Donnerstag verliefen ähnlich. Morgens Gebet mit anschließender Katechese und Diskussionsgruppen, nachmittags Workshops, abends gemeinsames Programm. Donnerstags gab es zudem die Möglichkeit die Beichte abzulegen.

Um uns die östliche Kirche zu vermitteln, feierten wir in der St. Georg Kathedrale am Freitag einen Gottesdienst nach byzantinischen Ritus, wie er in der Ukraine üblich ist. Das war für alle nicht nur sehr fremd, sondern auch sehr interessant. Den restlichen Tag verbrachten wir in der Altstadt von Lemberg, bevor es zur Abschlussveranstaltung gehen sollte. Per Bus ging es mitten in der Nacht wieder zurück nach Krakau, wo unsere Zimmer von der Hinreise auf uns warteten. Leider mussten diese Zimmer, samt Betten, noch lange auf uns warten, weil wir fünfeinhalb Stunden an der EU-Außengrenze warten mussten, bis wir passieren durften.

Sonntags ging es von Krakau wieder zurück nach Köln/Bonn, wo sich unsere Gruppe wieder auflösen musste und sich die Leute in alle Teile der Provinz zerstreuten.

Das 9. internationale Redemptoristen-Jugendtreffen war für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis, sodass wir uns hoffentlich zahlreich im Jahre 2013 in Italien Wiedersehen werden!
von Oliver Klawikowski & Volker Wirtz