Reizvolle Arbeit mit der Jugend

WAZ, Kai Kühn

Patres Georg Höck und Guiseppe Chierego im Jugend-Kloster verabschiedet. Sie bauen in einem Seniorenwohnheim eine Klostergemeinschaft auf.

Mit einem Festgottesdienst verabschiedete das Jugend-Kloster Kirchhellen am Sonntag zwei seiner Patres in den Ruhestand. Für Pater Georg Höck sowieso seinen Mitbruder Pater Giuseppe Chierego fiel damit der letzte Vorhang un Jugend-Kloster nach knapp neunjähriger Tätigkeit in Kirchhellen.

Die Leitung des Gottesdienstes hatte Pater Johannes Römelt übernommen, der den beiden vor allem für ihren Einsatz für das Haus sowie ihre Arbeit im Jugend-Kloster dankte. Man gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, versuchte Pater Höck seine Gefühle verständlich zu machen. Nachvollziehbar, sind den beiden doch die Stadt Bottrop, das Jugend Kloster wie auch deren Mitarbeiter sehr ans Herz gewachsen. Ich werde oft gefragt, wieso ich denn gehen wolle", erzählte Pater Höck, von wollen kann keine Rede sein, aber wir wollen dem Unvermeidbaren vorauseilen". Höck sprach von Kleinigkeiten, die das Leben im Haus ausmachten, wie beispielsweise die Tatsache, dass es sich um ein Jugend-Kloster handele, das für Menschen fortgeschrittenen Alters schlicht und einfach nicht konzipiert worden sei. "Beispielsweise ist kein Aufzug vorhanden, was irgendwann schwierig wird. Außerdem soll man ja gehen, wenn's am schönsten ist", erklärte Höck.

Johannes RömeIt neuer Provinzial des Ordens

Ihre Nachfolge treten zwei neue Patres an, die zuletzt in einem Bochumer Kloster lebten, das aber aufgelöst wurde. Die Aufgaben der Patres haben nach wie vor Bestand: ein offenes Ohr für die Jugendlichen, Gebetsleitungen sowie Gottesdienste. Pater Höck und Pater Chierego erinnerten sich gerne an die schönen Stunden hinter den Klostermauern. Die Arbeit mit der Jugend sei es gewesen, die das Jugend-Kloster Kirchhellen so reizvoll mache, betonte Chierego. Von Religionsverdrossenheit der Jugend hatten beide nichts bemerkt. "Dadurch, dass hier mit den Jugendlichen gearbeitet wird, entsteht eine Verbindung zur Religion. Insofern kann von Verdrossenheit keine Rede sein", bemerkte Höck. Die beiden Patres eint eine enge Freundschaft, immerhin kennen sich beide seit 1954, als sie gemeinsam ein Theologiestudium absolvierten. Das ist auch der Grund, warum sich die Wege der beiden auch nach ihrer Tätigkeit im Jugend-Kloster nicht trennen sollen. Für die beiden Geistlichen beginnt ab Donnerstag ein neuer Lebensabschnitt in Köln, wo sie in einem Seniorenwohnheim eine Klostergemeinschaft aufbauen sollen.

"Man kam auf uns zu und hat uns gefragt. Nach den Jahren im Jugend-Kloster ist sowas genau richtig", blickte Chierego zuversichtlich in die Zukunft. Nach Ansicht Höcks und Chieregos hat eine Klostergemeinschaft im Seniorenheim Zukunft. Es sei ein schönes Modell, das die Gemeinschaft stärke und den letzten Lebensabschnitt verschönere, sind beide überzeugt. Einem der Patres des Jugend-Klosters wurde jüngst eine große Ehre zuteil: Pater Johannes Römelt wurde am 4. Januar zum neuen Provinzial der Ordensprovinz St. Clemens gewählt. Die Provinz St.Clemens umfasst Mitbrüder und Klöster der ehemaligen Regionen Köln, Niederlande, Flandern und Schweiz. Aus dem Jugend-Kloster waren neben Römelt auch Pater Aloys Daniel und Pater Benedikt Kisters in das Provinzkapitel gewählt worden.